Sonntag, 23. August 2015

Neununddreißigster Schritt: Resümieren und durchstarten

Hier läge ich, putzte ich nicht
In einer Mußestunde meines Urlaubs, auf einer Sonnenliege liegend, denke ich darüber nach, was ich alles schon an Plastik eingespart habe. Bis auf Sonnencreme ist der komplette Badezimmerbereich bei mir plastikbefreit, auch meine Nahrungsmittel sind – von wenigen Einkaufsmomenten abgesehen, in denen meine Lust und Ungeduld meine ökologische Seite einfach überrennen – frei von Plastikmüll, was in Summe eine Plastikmülleinsparung von rechnerisch ca. 10,4 Kg pro Jahr ausmacht (das Selbstmachen spart darüber hinaus noch 263 Euro im Jahr). Aber dort, bei 40° Celsius langsam vor mich hin dehydrierend, fallen mir auch die vielen Möglichkeiten auf, die ich angegangen war und nach Rückschlägen nie weiterverfolgt hatte: Bspw. Geschirrspülmaschinenwaschmittel und Handspülmittel. Das Schieben auf die lange Bank hat jetzt ein Ende, entschließe ich mich, auf der „Sonnenbank“ liegend. Bis Jahresende möchte ich der Zero-Plastic-Man sein (Marvel? DC? Interested?)

Hiermit putzte ich, läge ich nicht
Zuhause angekommen recherchiere ich rasch im Internet, denn die Zeit drückt. Der Samstag naht und die Badreinigung ist fällig. Ich weiß, der gute Deutsche steht Samstag an seinem Auto und poliert es, doch sah ich mich schon immer eher als Weltenbürger, und die stehen bekanntlich samstags im Badezimmer. Also, wohlan, nach Ende meiner Recherche gebe ich 2 TL Zitronensäure und 1 TL Essigessenz (beide Kalklöser) mit einem TL geraspelter Seife (gegen die Oberflächenspannung, damit die Kalklöser nicht gleich mitsamt des Wassers einfach vom Kalk wegperlen) in einen Eimer und übergieße alles mit einem Liter heißem Wasser. Dann lege ich mich wieder auf die Sonnenliege, weil das Wasser verdammt nochmal viel zu heiß ist, um damit zu putzen. Nach einer halben Stunde fange ich an. Mit dem Lappen feucht wischen, da, wo es nötig ist, kurz einwirken lassen, und abschließend mit einem Küchenhandtuch trocknen und nachpolieren. Ergebnis: Keine Kalk- und Seifenreste zu sehen, und die Qualitätsabnahme meiner Freundin führt zu keiner Mängelfeststellung. Ergo: Ich darf weiter samstags putzen. Toll!

Montag, 10. August 2015

Achtunddreißigster Schritt: Geschenke und die Rache des Plastiks

Mehr als drei Monate ist es jetzt her, dass ich meinen Nicht-Konsum-Monat abschloss. Dennoch wirkt er noch immer nach: Ich habe seitdem immer noch nichts gekauft, das über Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs hinaus ginge, und mein samstägliches Interesse, die wöchentlichen Werbewurfsendungen zu durchforsten, ist noch immer auf Null. Zugegeben, beinahe hätte ich etwas gekauft und zwar dieses links abgebildete Seifensäckchen, gefunden bei Monomeer. Monomeer führt nur plastikfreie Produkte, und auch der Versand kommt plastikfrei daher. Das ist toll. Wir hatten eine Sammelbestellung, um die 75-Euro-Versandkostenfreiheitsgrenze zu erreichen, aufgegeben. Doch kaum bestellt, bekam ich es geschenkt. Insofern ist meine Konsumbilanz noch immer makellos. Danke, Dennis! Weitere Shops zum plastikfreien Einkauf habe ich unter Plasno und Bee Change gefunden. Die Online-Versender haben ein unterschiedlich großes und sich in einigem durchaus unterscheidendes Sortiment, so dass es sich lohnt, mal reinzuschauen, wenn man etwas braucht. Deren einziges Manko: Seifensäckchen hat nur Monomeer ;-)
Das Seifensäckchen nutze ich jetzt seit einer Woche. Es schäumt die Seife gut auf, einen wirklichen Peelingeffekt bemerke ich zwar nicht, aber dafür habe ich ja mein selbst gemachtes Peeling. Immerhin glitt mir die Seife noch nie aus der Hand. Das mag jetzt zwar eher im Männerknast unter den Kapitalverbrechern interessant sein, doch ich baue auf den Vorteil des restlosen Seifenverbrauchs.

Abschließend noch ein paar Worte zum Thema: Rache des Plastiks! Seit Ende 2013 reduzieren meine Freundin und ich nun sukzessive unseren Plastikmüll. Von ehemals drei gelben Säcken konnten wir unseren Drei- bis Fünf-Personenhaushalt auf einen einzigen gelben Sack pro Abholung reduzieren. Da ist noch  Potential gegeben, aber wir sind stolz auf dieses Zwischenergebnis. Wenn ich doch etwas aus Plastik nutze, dann passiert Folgendes: Das Plastik rächt sich stellvertretend für alle Artikel, die ich zwischendurch durch plastikfreie Alternativen ersetzt hatte. Die nachfolgenden beiden Bilder mögen das verdeutlichen.

Selbst gemachte Cig Köfte, bevor ich sie in ein Plastik-Trans-
portbehältnis packte, um zu meinem Picknick zu gelangen.
Selbst gemachte Cig Köfte, zusammen mit Papier-
taschentüchern und Rollsplit, nachdem der Plastik-
verschluss des Plastik-Transportbehältnisses ge-
brochen war und den transportieren Inhalt auf die
Straße entließ, bevor ich mein Picknick erreicht hatte.
Das nächste Mal werde ich den Teller wohl lieber auf der Hand balancieren. Im Keller lagert eine zweite Kuchen-Transportbox, und manchmal, wenn ich die Kellertreppe runter gehe, bin ich mir sicher, sie hämisch lachen zu hören. Dieses Biest!

Freitag, 7. August 2015

Siebenunddreißigster Schritt: Plastic Diary, schwarz auf weiß, und sich vertiefen

Wetterauer Zeitung vom 3.8.2015
Als vor kurzem ein Redakteur der Wetterauer Zeitung bei mir anrief, um einen Artikel über meine Erfahrungen im Plastik-Sparen zu schreiben, war ich überrascht und geschmeichelt zugleich. Ein paar Tage später sollte mein Vortrag in Friedberg stattfinden, und meine Erwartungshaltung war lediglich, dass in der Lokalpresse ein kurzer Veranstaltungshinweis gedruckt würde. 
Wir trafen uns an einem Montagabend bei bestem Sommerwetter bei mir im Garten, er schaltete sein Handy als Diktiergerät ein und wir plauderten eine knappe Stunde über Plastik in der Umwelt, in der Nahrung und im Körper. Heraus kam ein wirklich schöner Artikel, der viel Resonanz brachte, positive wie auch kritische. 

Einige der kritischen Stimmen möchte ich hier im Blog beantworten, da ich sie für interessante Denkanstöße halte.




Ist es nicht interessant, dass die rasante Verlängerung der Lebenszeit von Menschen in die gleiche Zeit fällt, in der die Kunststoffe sich auf allen Ebenen ausgebreitet haben?
Ich spreche dem Kunststoff u. a. in der Medizin in keiner Weise seinen Nutzen ab. Auch spreche ich Kunststoffrohren gegenüber Bleirohren zum Wassertransport einen definitiv geringeren lebensverkürzenden Charakter zu, doch aus einer Korrelation einen Kausalzusammenhang abzuleiten ist ein logischer Fehler, denn andere Faktoren, wie die Reduktion körperlichen Stresses, bessere medizinische Versorgung, bessere hygienische Bedingungen und eine bessere Ernährungssituation haben ebenfalls eine Anteil daran, dass sich die Lebenserwartung seit Jahrzehnten erhöht. Ohne Plastik wäre vieles nicht möglich, doch sich durch den Verdienst in einigen Bereichen einen Freibrief zum gedankenlosen Umgang mit Plastik und Plastikmüll auszustellen, wäre über das Ziel hinausgeschossen. Nur weil Skorpiongift bei Gehirntumoren hilfreich ist, halte ich mir dennoch keine Skorpione als Kuscheltier im Haus.


Die PET Flasche gibt minimal Acetaldehyd ans Getränk ab. Mit einem Apfel isst Du die 100fache Menge von dieser natürlichen Substanz. Aber: Dir ist das zu gefährlich? Iss bloß keinen Apfel mehr!
Plastikverpackungen geben eine Reihe von bedenklichen Stoffen an die Nahrung ab: Bisphenol A, Phtalate und auch Acetaldehyd sind einige dieser Stoffe. Grenzwerte wurden für die Genannten von der EU festgelegt, über die hinaus kein Übertrag der Umverpackung an die Nahrung stattfinden darf. Diese Grenzwerte bestehen einerseits aufgrund der potentiell hormonellen, karzinogenen bzw. leberschädigenden Wirkung und andererseits aufgrund der uneindeutigen Human-Studienlage, will sagen: Die EU und das BfR gehen auf „Nummer Sicher“. Ich kann nichts Schlechtes daran erkennen, bestrebt zu sein, möglichst wenig davon aufzunehmen. Was den natürlichen Gehalt in Obst und Gemüse angeht, schreibt das BfR: „Bei der Messung des Acetaldehydgehalts von Lebensmitteln lässt sich nicht beurteilen, ob die gefundenen Gehalte auf ein natürliches Vorkommen oder auf einen Zusatz zurückzuführen sind.“ (Gesundheitliche Bewertung von Acetaldehyd in alkoholischen Getränken, aktualisierte Stellungnahme Nr. 022/2010 des BfR vom 04. Mai 2010). Insofern mögen nicht verarbeitete Äpfel ein anderes Ergebnis mit sich bringen als beispielsweise verarbeitete Apfelsäfte. Gärstoffuntersuchungen beim Apfel sprechen eher dafür, dass der Gärprozess bei der Lagerung von Äpfeln Acetaldehyd entstehen lässt. Darüber hinaus darf auch das Zusammenspiel mit weiteren sekundären Pflanzenstoffen (Flavonide, Vitamin E, Antioxidantien), die eine senkende Wirkung auf den Acetaldehydspiegel haben, nicht unberücksichtigt bleiben. Mineralwasser aus PET-Flaschen beinhalten im Gegensatz zu Obst und Gemüse definitiv keine Stoffe, die die mögliche Schadwirkung des Acetaldehyds auszugleichen vermögen. Insofern halte ich den Verzehr von Äpfeln für unkritisch. „An apple a day, keeps the doctor away“ wird wohl weiterhin Devise bleiben dürfen ;-)


Die Blechdosen (für Getränke) enthalten eine Innenbeschichtung aus Kunststoff. Warum wohl: Das Blech und seine von Nahrungsmitteln herausgelösten Bestandteile erscheinen den Gesundheitsbehörden gefährlicher als die Beschichtung mit wenige ppm Bisphenol A enthaltende Epoxiharze. Und Glas setzt Stoffe an Getränke frei, über die man sich im Internet informieren kann.
Die Kunststoffbeschichtung dient als Korrosionsschutz und nicht dazu, vor noch gefährlicheren Stoffen als Bisphenol A zu schützen. Ganz gleich jedoch, vor welchen Stoffen mehr Schutz nötig ist, auch Blechdosen vermeide ich. Nicht nur wegen der Plastikbeschichtung. Heutzutage ist es schlichtweg mehr nötig, Nahrungsmittel in Dosen zu erwerben. Warum sollte ich beispielsweise Dosengemüse kaufen, wenn ich das Gemüse auch unverpackt auf dem Bauernmarkt oder selbst im Supermarkt erwerben kann? So muss weder eine Dose hergestellt, noch recycelt werden, und ganz gleich welcher Giftstoff woher auch immer kommen mag, zu mir kommt er nicht.
Dass Glas Stoffe an Getränke freisetzt, konnte ich nirgendwo im Internet recherchieren, jedoch das Gegenteil.


Die Verbrennung von 5.000 Tonnen Müll, der von allen Kunststoffen mühsam befreit worden ist, ergab an der Hamburger Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor die gleichen Dioxin-Emissionen wie  normaler Müll mit allen Kunststoffen. Deshalb hat heute jede MVA eine spezielle Reinigungsstufe dafür. Dioxinschleudern sind heute dagegen die Elektroschmelzwerke für Eisen und Stahl – also das Eisenrecycling.
Richtig, in Deutschland sind Dioxine, Furane und andere Giftstoffe durch die gesetzlich vorgeschriebene Filterung ein geringeres Problem als noch vor einigen Jahren. Das funktioniert so gut, dass Deutschland sogar fremden Müll importiert, um ihn zu verbrennen. Das ist fragwürdig, wirft es nämlich die Frage auf, welchen Stellenwert das Recycling künftig erhält, wenn Verbrennen so lukrativ ist und wir bereits jetzt mehr Müll verbrennen als wir entstehen lassen. Doch auch die Verbrennung hinterlässt Rückstände (Schlacke, Flugasche und Filterstäube), die dann als Baumaterial oder Bergversatz „entsorgt“ werden. Das Problem wird also letztlich nur verlagert. Ganz davon abgesehen, ist der Filterprozess energie- und resourcenaufwändig. Besser wäre es doch, den Müll so weit wie möglich gar nicht erst entstehen zu lassen, denn wenn nichts zu verbrennen da wäre, gäbe es gar nicht erst die Notwendigkeit, Schadstofffilter nutzen zu müssen; ganz gleich ob es Plastik- oder Restmüll ist. Die Menge macht’s.


Schon die alten Griechen und Ägypter nutzten das Harz des Styrax Liquidambar Orientalis, eines Strauches, der im Mittelmeerraum wächst. Es enthält jede Menge Styrol, das im Sonnenlicht und bei Wärme zu hartem Polystyrol polymerisiert. Aus dem Harz des Styrax-Strauches wurden Schmuckstücke hergestellt und die Salben für die Einbalsamierung der ägyptischen Pharaonen und die Wundsalben des Mittelalters und  --- ein großer Sprung   ---- die Joghurtbecher von heute. Erdöl, Kohle und Gas sind das Ergebnis untergegangener Wälder, deren natürlich enthaltene Stoffkomponenten können wir heute trennen (in den Erdölraffinerien) und zu den fälschlicherweise so bezeichneten „Kunststoffen“ polymerisieren. Eigentlich ist das alles nur ein zeitgeschichtliches Recycling. Das unglückliche Wort Kunststoff verleitet dazu, alle daraus hergestellten Erzeugnisse als unnatürlich, schädlich, anzusehen.
Da widerspreche ich, wenn Plastik seine Unnatürlichkeit abgesprochen werden soll. Erdöl war kein Teil des natürlichen Kreislaufes mehr. Alles Erdöl war tief in den unteren Erdschichten verborgen, bis wir es zu Tage förderten, es uns in hochkomplexen Prozessen dienbar machten und es so für hunderte von Jahren wieder in die Umwelt einbrachten, verbunden mit unzähligen teils toxischen Stoffen, die die Natur nie von selbst hervorgebracht hätte. Wir hätten heute kein CO2-Problem durch die Verbrennung von Plastikmüll, wenn all der Kohlenstoff noch gebunden im Erdöl in den Tiefen lagern würde. Und wir hätten keine 269 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer.


Der Plastikmüll in den Meeren stammt doch überhaupt nicht aus Deutschland. Was bringt es, wenn wir Müll reduzieren und andere Länder ihre Müllberge weiter vergrößern?
Es stimmt, dass gerade der Müll in den Meeren mehrheitlich nicht aus Europa stammt. Es sind zumeist die afrikanischen und asiatischen Küstenländer, die für die bis zu 13 Millionen Tonnen Müll verantwortlich sind, die jährlich in den Meeren landen. Andererseits haben wir mit einem Pro-Kopf-Abfallaufkommen von 617 kg im Jahr 2013 einen unrühmlichen vierten Platz unter den 28 europäischen Staaten und liegen fast 30 % über dem Mittelwert. Auch wenn wir die Meere nicht direkt belasten, haben wir doch einiges an Verbesserungspotential.

Sonntag, 2. August 2015

Sechsunddreißigster Schritt: Reden schwingen und Haare wringen

Ein Schnappschuss, fast wie gestellt!
Wieder einmal durfte ich einen Vortrag über Plastiksparen halten. Eingeladen hatte der Umsonstladen in Friedberg. Es wurde zu einem wirklich überraschenden Abend, denn die Resonanz war überwältigend. Die Veranstalter hatten mit zwanzig Gästen gerechnet. Das war in etwa die Zahl, die ich, in Erinnerung an meinen Petcha-Kucha-Vortrag im März, auch erwartet hatte, doch es kam anders: Fünf Minuten vor Beginn brandete die erste Welle weiterer Stühle in den Vortragsraum des Erasmus-Alberus-Hauses, und dann zur offiziellen Startzeit wurde auch der letzte freie Platz noch mit Bestuhlung geflutet, die sogar die angedachten Tische wegspülte. Um bei der maritimen Metaphorik zu bleiben: Ahoi, ihr etwas mehr als 50 ZuhörerInnen! Nach einer dreiviertel Stunde, in der ich im Prinzip "Plastic-Diary - Das Live-Hörbuch" gab, entstanden noch gut 30 Minuten Diskussion und gegenseitige Inspiration, und vorbei war ein wirklich toller Abend, der uns alle ein bisschen ökologischer und nachhaltiger gemacht haben mag. Zumindest von einem weiß ich, der nun Zähne mit Salz putzt ;-)

Gähnende Leere, wo seinerzeit Seifen sich suhlten
Auch im März testete ich die Shampoo Bar (das Shampoo Bar? Den? What ever!) und versprach den nächsten Eintrag über Schuppen. Hier ist er! Weder Haarseifen, noch Shampoo Bars schaffen es bei meiner Kopfhaut keine Schuppen zu produzieren. Die ersten Filmproduzenten haben zwischenzeitlich bei mir angeklingelt, um mich als Requisit für die winterlichen Szenen bei "Dr. Schiwago 2" zu gewinnen. Zweimal sprang mir Reinhold Messner in den Rücken und rief, mit einer Träne im linken Auge: "Yeti, Yeti!" Das musste ein Ende haben! Unabhängig voneinander berichteten mir zwei Freundinnen von Bekannten, die sich nun schon seit Monaten bzw. Jahren die Haare nur noch mit Wasser waschten. Nach wenigen Wochen widerwärtig fettigen Haars hätten beide nun normale, das nicht anders wirke als mit Shampoo gewaschenes. Auch diverse Fundstücke im Internet stimmten hoffnungsvoll (Stichwort: "No Poo" ... wer diesen Namen verbrochen hat, gehört drei Tage in Folge shampooniert!). Umsetzen, Käptn! Seit fünf Wochen wasche ich nun mein Haar morgens nur noch mit Wasser. Die ersten drei Wochen waren tatsächlich etwas "Hallo-ich-arbeite-in-einer-Frittenbude"-mäßig, doch seit zwei Wochen ist mein Haar wie zuvor, als ich mit teurem Anti-Schuppen-Shampoo zu waschen gezwungen war. Schuppen kann ich bislang nicht erkennen. Doch die bisherige Plastikmüllfreie-Haarwasch-Odyssee hat mich gelehrt, den haarigen Tag nicht vor dem schuppigen Abend zu loben. Ich warte ab, bevor ich jubiliere. Abschließend noch ein Dialog zwischen meiner Mutter und mir:

Ich: "Wie sehen meine Haare aus?"
Mutter: "Durcheinander?"
Ich: "Nein, ich meine sehen sie gepflegt aus?"
Mutter: "Ich denke schon!"
Ich: "Also nicht fettig oder so?"
Mutter: "Nein!"
Ich: "Ich teste gerade aus, meine Haare nur noch mit Wasser zu reinigen. Habe von zwei Leuten gehört, dass das funktioniert. Könnte so wieder etwas Plastikmüll sparen."
Mutter: "Sind meine Haare ungepflegt?"
Ich: "Nö! Warum?"
Mutter: "Ich mache das seit Jahren schon!"

Soviel zur Innovationskraft unserer Generation, was? Und Mutter wusste nicht mal, dass sie Teil der No-Poo-Bewegung ist!